Ergänzungscurriculum: Kompetenzerweiterung für die Arbeit mit suchtkranken Familiensystemen

Termin:
18.4. - 24.4.2012 in Bremen

als Bildungsurlaub anerkannt nach dem Niedersächsischen Bildungsurlaubsgesetz

Diese Weiterbildung ist von uns als eine spezielle Weiterbildung für Kolleginnen und Kollegen konzipiert, die in verschiedenen Arbeitsfeldern mit suchtkranken Familien professionell „zu tun haben". Dies können KollegInnen aus der öffentlichen Jugendhilfe/dem Jugendamt, Kitas, aus Fachstellen Sucht, Fachkliniken, aber auch FamilienrichterInnen, Kinderärzte und Mitarbeiter der Kosten- und Leistungsträger sein.

In dieser Weiterbildung werden die Inhalte gelehrt, die für ein sicheres professionelles Handeln im Kontext des suchtkranken Familiensystems, also suchtkranken Eltern und ihren Kindern nach unserem Verständnis grundlegend sein sollten.

In dieser Weiterbildung ist ein hoher Supervisionsanteil obligatorisch. Wir konzipieren diese Weiterbildung jeweils für die Teilnehmer so, dass wir für ihre jeweilige Praxis durch diese Weiterbildung „zu arbeiten".

Die Weiterbildung Modul 3 Systemische Beratung, „Kompetenzerweiterung für die Arbeit mit suchtkranken Familien" wird als zweitägiges Zusatzseminar für das Modul 2 und mit insgesamt 2 Supervisionstagen, 1 Peergruppen-Tag und 15 Std. Literaturarbeit bei Weiterbildung Modul 2 angerechnet.

Die Weiterbildung wird in Kooperation mit der Bremer VHS als Kompaktseminar angeboten.

Mehr Details ...

Leitung der Fortbildung:

Prof. Dr. Ruthard Stachowske - Gestalt-, Kinder- und Jugendlichen-
Psychotherapeut, Systemischer Familienberater

Heidrun Girrulat- Gestalt-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin,
Systemische Familientherapeutin

Die Dozentinnen und Dozenten der Weiterbildung sind ausgewiesene Experten in der Arbeit mit drogenkranken Familiensystemen und ihren Kindern. Sie haben Therapiekonzepte für Eltern und Kinder entwickelt, die wissenschaftliche Grundlagenarbeit mitentwickelt sowie Methoden und Handlungsorientierungen entwickelt.

Das Kompaktseminar umfasst
  • 5 Seminartage/50 UE
  • Seminarkosten: 480,00 EUR
Bei Vorlage eines Bildungsprämiengutscheins können Sie die Seminarkosten um 50% reduzieren.
 Supervisionsblöcke:

Ergänzend ist es möglich, in zwei Supervisionsblöcken mit jeweils drei Seminartagen das erlernte Fachwissen zu vertiefen.

  • Seminarkosten je Block: 180,00 EUR
  • Seminarort: Bremen

Informationsveranstaltung und Anmeldung
VHS Bremen, vhs-bremen.de, im EDV-Bildungszentrum, 28195 Bremen

Anmeldung und weitere Information unter:
Tel. (0421) 361-16941 oder 361-18030 / Fax (0421) 361-15493
E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.


Seminarplan: 

Modul 1  - Medizinisches und Psychosoziales Grundwissen zu Abhängigkeit und Missbrauch

  • Medizinische Klassifikation Abhängigkeit DSM VI / ICD 10
  • Neurobiologische Faktoren von Abhängigkeit
  • Symptomatik im Krankheitsprozess Intoxikation, Entzug, Craving, Trigger, Toleranzentwicklung
  • Suchtanamnese / Differenzialdiagnostik/ ICF
  • Comorbidität Persönlichkeitsstörungen „Ei oder Henne?“
  • Delinquenz Beschaffungskriminalität, Qualität der Straftaten, strafrechtliche Ahndung (BtmG, StGB)
  • Partnerschaftsgewalt Ursachen , Auswirkungen,
    Gewaltschutzgesetz

Modul 2 - Kind, Familie und Sucht aus systemischer Perspektive

  • Fallanalysen, Methodik, Supervision exemplarisch
  • Einführung in die Arbeit der Genogrammarbeit
  • Familiendynamik im suchtkranken Familiensystem Strukturen, Symptomträge
  • Mehrgenerationale Entwicklung von Abhängigkeit
  • Übertragungs- / Gegenübertragungsdynamik zum Helfersystem
  • Kindesentwicklung im Kontext elterlicher Suchterkrankung
  • Die Pränatale Entwicklung unter dem Einfluss einzelner Substanzen
  • Auswirkungen von Stress, Traumatisierungen, Comorbidität auf den Embryo/Fetus
  • Das neonatale Abstinenzssyndrom
  • Die nachgeburtliche Entwicklung der Kinder aus Drogenfamilien, Fallanalysen, Methodik, Supervision
    exemplarisch

Modul 3 - Planung und Durchführung von Behandlungs- und
Hilfeprozessen

  • Zuständige Leistungsträger im Kontext der Suchtkrankenhilfe SGB V,VI,XII,VIII
  • Behandlungsprozess Beratung, Begleitung, Rehabilitation ambulant, (teil-) stationär, Selbsthilfe
  • Unter welchen Vorrausetzungen gibt es welche Hilfen bei welchen Trägern
  • Inhaltliche Standards unterschiedlicher Hilfen Leitlinien AWMF, Richtlinien, Rahmenvereinbarungen
  • Hilfeprozesse für die Kinder suchtkranker Eltern
  • Hilfen nach dem SGB V / SGB VI
  • Hilfen nach dem SGB VIII Hilfen § 27 ff, § 35a ambulant, stationär, Zielvereinbarung, Hilfeplanung
  • Wann ist es gegeben, im interdisziplinären System zu kooperieren
    Fallanalyse, Methodik, Supervision exemplarisch

Modul 4 - Elternrecht und  Umgang mit (möglicher)
Kindeswohlgefährdung/rechtliche Aspekte

  • § 8a Verfahrensablauf Analyse / Prognose/Abwendung/
    Einbeziehung der Eltern und geeigneter Fachkräfte/
    Mitwirkungspflicht
  • Kooperation im Helfersystem Rollen- und Auftragsklärung/
    Verantwortlichkeiten/Schweigepflicht
  • Elternrecht
  • Kindeswohlgefährdung im Sinne des § 8 a SGB VIII und §1666 BGB Eingriffsschwelle, Verhältnismäßigkeitsprinzip, Alternativen
  • Praxisrelevante Abläufe aus dem FamFG Beschleunigung, Verfahrensbeistand, Beratung, Mediation

Modul 5 - Exemplarisch-  supervisorische Fallbegleitung  /
Wiederholung offener Fragen